Übersicht - Würzburger Woche gegen Rassismus

Eine Woche als Zeichen gegen jegliche Art von Rassismus vom 17.5. - 22.05. (Livestream)

Der Verein Würzburg KUlturS e.V. initiiert dieses Jahr zum ersten Mal die Würzburger Woche gegen Rassismus - geplant ist eine jährliche Plattform in Würzburg, die sich eine Woche intensiv um das Thema Rassismus drehen wird. Dabei soll das Programm die Gesellschaft informieren, bilden, aber auch Betroffene stärken und Empowerment ermöglichen. Die Woche ist als der Beginn eines besseren Umgangs mit Rassismus geplant, welches mit einem langfristigen Konzept lange Überfälliges in Angriff nimmt und sich auf vielfältige Weise mit dem tief verankerten Rassismus in Deutschland auseinandersetzt und dabei vor allem auch die strukturelle und historische Ebene miteinbezieht. Es ist nicht erst seit Hanau klar, dass Rassismus in Deutschland zu lange ignoriert wurde und für Betroffene eine gefährliche Alltagsrealität bedeutet. Die Würzburger Woche gegen Rassismus will das ändern. Dazu hat der Verein ein breites und tolles Programm erarbeitet, das auch bei Restriktionen durch Corona in einer hybriden Form stattfinden kann.

Montag, 17.05.2021 

-   18:00 - 19:00 Uhr: Eröffnung & Begrüßung

anschließend Auftaktvortrag: Antirassismus und die postmigrantische Gesellschaft (Bariş Yüksel)

dazwischen: musikalische Begleitung von der Musikgruppe "Nico - Cengiz"

-   19:00 Uhr:  Anti-Asiatischer Rassismus im Kontext von Corona (Sandy-Julia Trần, Korientation e.V.)

-   20:00 Uhr: Diskussion: Wünsche und Erwartungen der Woche 

 

Vorträge werden online gestreamt, den Link dazu findet ihr hier!

 

Die Anmeldung zu den einzelnen Workshops erfolgt über die Jugendbildungsstätte Unterfranken. Hier geht's zur Anmeldung.
 

Sollte die Veranstaltung nur digital per Livestream stattfinden, ist keine Anmeldung notwendig. Wir freuen uns aber über eine Anmeldung, um eine bessere Rückmeldung über die Teilnahme zu erhalten.

 

Bariş Yüksel

Barış Yüksel ist Soziologe mit dem Fokus auf postmigrantische Gesellschaft und Antirassismus. Seit einigen Jahren engagiert er sich auch ehrenamtlich in Würzburg gegen Rassismus, Gleichberechtigung und mehr Teilhabe von Menschen, die von Rassismus betroffen sind. In seiner Freizeit schreibt er u.a. Gedichte, Geschichten und verschiedene Beiträge für Magazine wie z.B. renk., Decolonize Fest und Literarische Diverse.

 

Nico - Cengiz

Nico Theo und Cengiz Sağlam gehen bis in die Tiefe, was die griechische, türkische Musik im folklorischen Sinne in sich verbirgt. Diese Quelle wird in unserer modernen Zeit wieder neu verarbeitet, richtig frei, weltoffen, in jeder Hinsicht neu erfunden. Es klingt, als ob eine Wiedergeburt von Europäischen Musik mit Jazz und Folklore gerade stattfindet. Hoch spannend!

 

Sandy-Julia Trần

Sandy-Julia Trấn engagiert sich seit einem Jahr ehrenamtlich bei "korientation e.V.". Sie ist Sozialarbeiterin und setzt sich aktiv gegen anti-asiatischen Rassismus ein. Die sozialen Medien nutzt sie als Plattform, um einerseits Bewusstsein für Rassismus zu schaffen, andererseits Betroffene - besonders die Asiatisch Deutsche Community - zu empowern.

Die Verstärkung von Anti-Asiatischem Rassismus im Kontext der Corona-Pandemie lässt sich vor dem Hintergrund (post)kolonialer Narrative zu "Asien" historisch einordnen. Seit dem 19. Jahrhundert wird die sogenannte "Gelbe Gefahr" mit der Entstehung und Verbreitung von Epidemien wie der Pest, in der jüngeren Vergangenheit mit Infektionskrankheiten wie Sars verknüpft. Das biologisch-medizinische Phänomen einer Pandemie wird rassifiziert und kulturalisiert; Ess-, Wohn- und Hygienegewohnheiten werden als Teil einer imaginierten "asiatischen Kultur" für die Entstehung und Verbreitung von Pandemien verantwortlich gemacht. Wenn die Zeitungen ihre Ausgaben zur Corona-Pandemie am mit dem Schriftzug "Made in China. Wenn die Globalisierung zur tödlichen Gefahr wird" in gelber Farbe betitelt, drängen sich Vergleiche zu kolonialen Narrativen unmittelbar auf. Ähnliche Zuschreibungen erfolgten auch in anderen deutschsprachigen Medienbeiträgen zu Covid-19 implizit oder explizit. Auf der Straße und im Internet wird vermehrt asiatisch gelesenen Menschen zudem willkürlich ein "Chinesischsein" zugeschrieben, um sie auf eine vermeintlich niedrigere soziale Position zu verweisen, beziehungsweise ihnen eine Existenz in Deutschland abzusprechen. (Quelle: Kimiko Suda, Sabrina J. Mayer, Christoph Nguyen für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de)

Die Betroffenheit soll an diesem Abend zum Wort kommen, höchste Zeit.

 

Hier kommt ihr zu den weiteren Tagen der Woche:  

Dienstag, 18.05.

Mittwoch, 19.05.

Donnerstag, 20.05.

Freitag, 21.05.

Samstag, 22.05.

Präsentiert von KUlturS e.V.